X. …in nomine daemonis…

 

„Concerto Monumentale“ – …in nomine daemonis…

Genie und Wahnsinn liegen oft recht nah beieinander.  So, wie etwa das größte Glück eines jeden Menschen mit dessen größten Unglück in gleicher Weise und unzertrennlich verbunden bleibt, so speist sich noch heute und nicht selten die größte Inspiration, die großartigste Idee, aus den bedrohlichen und scheinbar unnatürlichen Situationen eines menschlichen Lebens.
Daß gerade die Abstraktionswelt der Musik, welche zumeist das Konzentrat dieser stellenweise schwindelerregenden, menschlich-psychischen Abgründe in der nur in ihr möglichen Intensität zu wiedergeben vermag, hat sie zumeist dem “wahnsinnigen Genius Mensch“ zu verdanken. Dieser Begriff erscheint zunächst  als Paradoxon; die menschliche Gabe einer transzendierten Gedankenwelt ist hier jedoch entscheidend für größtmögliche Schaffenskraft eines wahrhaftigen Genies, in welcher Dialektik und Dualismus keine Hindernisse mehr darstellen. Es ist die Zusammenführung und Metamorphose aller negativen und zugleich positiven Gefühlswallungen, die einen Menschen im Laufe eines bewegten Lebens zu zermürben drohen. Das wahrhaftige Genie erlebt diese Abgründe tagtäglich im Labyrinth der eigenen Realität und verliert sich im Bewußtsein, bisweilen einer, oder sogar mehrerer „innerer Stimmen“. Hierbei folgt er in seinem Schaffensdrang durchaus nicht nur seinen eigenen Irrungen und Wirrungen, sondern ist sogar deshalb in der Lage, scheinbar mühelos, intime Psychogramme seiner vermeintlichen Leidensgenossen zu abstrahieren, um diese „hörenswert“ zu machen.
Frédéric Chopin, Franz Liszt und Robert Schumann haben diese Abgründe in ihrer individuellen Musiksprache auf eindrucksvolle Art und Weise lebendig werden lassen. Alle diese drei Männer waren Zeitgenossen und Zeugen diverser innerer und äußerer Umbrüche, Enttäuschungen, und Katastrophen. Alle diese drei Männer waren zugleich aber ebenso in der Lage, der eigenen Trostlosigkeit und Resignation mit einem wahren Feuerwerk klanglicher Imagination auf schier verrückte, atemberaubende, bisweilen sogar erschreckende Art und Weise zu begegnen.
Mit diesem spannenden Konzertprogramm möchte ich dem „genialischen Wahn“, mitsamt seinen dämonischen Schöpfern, mein musikalisches Monument setzen.

(Nageeb Gardizi)

 

 

Konzertprogramm

Chopin in einem Brief vom 03.12.1838 aus Valdemossa, auf der spanischen Insel Mallorca

Frédéric Chopin:     Sonate No. 2 b-moll, op. 35 (1837-39)
(1810-1849)
Grave – Doppio Movimento
Scherzo
Marche funèbre
Presto

 

Widmungsbrief Franz Liszts an Robert Schumann vom 21.05.1854

Tagebucheintrag der Clara Schumann am 25.05.1854 über Liszts Sonate

Franz Liszt:               Sonate h-moll  (1852/53)
(1811-1886)
Lento assai – Allegro energico – Grandioso – Tempo I

Recitativo – Andante sostenuto – Allegro energico – Piú mosso

Stretta, quasi Presto – Presto  – Prestissimo – Andante  sostenuto

Allegro moderato – Lento assai

 

 

Aus dem Tagebuch von Clara Schumann über Robert Schumanns „Geistervariationen“

Robert Schumann:  5 Variationen über ein eigenes Thema, op. posth. (1854)
(1810-1856)

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