{"id":238,"date":"2011-09-13T11:18:08","date_gmt":"2011-09-13T11:18:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nageebgardizi.com\/website\/?page_id=238"},"modified":"2014-10-23T10:12:06","modified_gmt":"2014-10-23T10:12:06","slug":"4-bach-goldbergvariationen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nageebgardizi.com\/website\/?page_id=238","title":{"rendered":"IV. &#8230;aria eterna&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.nageebgardizi.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/bach-goldbg.-bild-wp2.jpg\" rel=\"wp-prettyPhoto[g238]\"><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Concerto Monumentale IV.<\/h1>\n<h1>&#8230;aria eterna&#8230;<\/h1>\n<p><strong>Johann Sebastian Bach (1685 \u2013 1750)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Clavier\u00fcbung IV \u2013 \u201eGoldberg-Variationen\u201c\u00a0 (um 1741)<\/strong><\/p>\n<p>Bachs vierteiliger Zyklus der \u201eClavier\u00fcbungen\u201c nimmt eine besondere Stellung im Werk dieses gro\u00dfen und vielseitigen Komponisten ein. Neben dem \u201eWohltemperierten Clavier\u201c, dessen erster Teil bereits um 1720 entstand, setzt Bach mit dem vierten Teil seiner \u201eClavier\u00fcbungen\u201c der Klaviermusik ein weiteres gro\u00dfes Denkmal.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die \u201eAria mit 30 verschiedenen Ver\u00e4nderungen\u201c, entstand um 1741, vermutlich im Auftrag des russischen Gesandten am S\u00e4chsischen Hof, Graf Keyserlingk, der an Schlaflosigkeit litt und Bach um \u201eEinschlafmusik\u201c bat. Gleichwohl sich der bekannte Titel \u201eGoldberg-Variationen\u201c erst im Laufe des 19. Jahrhunderts etablierte, liegt er eher die Vermutung nahe, dass das Werk vor allem aber als \u201eClavier\u00fcbung\u201c f\u00fcr Johann Gottlieb Goldberg, dem herausragenden Cembalosch\u00fcler Bachs, gedacht war. Goldberg, seinerseits Hofcembalist am S\u00e4chsischen Hof, soll also \u2013 zumindest der Legende nach \u2013 eine bestimmte Auswahl der Variationen im Laufe eines Tages, oder einer Nacht, unentwegt, von einem Nebenzimmer heraus, dem Grafen zur Gem\u00fctserhellung gespielt haben.<\/p>\n<p>Auch wenn diese Legende mittlerweile unausl\u00f6schlich mit der Entstehung der \u201eGoldberg-Variationen\u201c verbunden zu sein scheint, handelt es sich hier zweifellos um einen Gipfelpunkt der Variationskunst in der Klaviermusik. Ausgehend von der bet\u00f6rend schlichten und reich verzierten Melodie der \u201eAria\u201c, l\u00e4sst Bach jede folgende Variation ganz nat\u00fcrlich aus sich selbst heraus entstehen und weiterflie\u00dfen. Bemerkenswert ist hierbei, dass er lediglich zwei Variationen ausdr\u00fccklich mit einer Tempobezeichnung versieht; beide bilden das lyrische Zentrum dieser Komposition. Alle anderen Variationen generieren sich aus einer von Bach meisterhaft durchdachten, rhythmischen Organisation von einer Variation zur anderen, und kommen daher ganz ohne Tempobezeichnung aus. Bei 9 der 30 Variationen handelt es sich um \u201ekanonische Variationen\u201c, in welcher eine in sich geschlossene Melodie in der Oberstimme, durch den Kanon dieser Melodie in der Unterstimme, kontrapunktisch erg\u00e4nzt wird.<\/p>\n<p>Abgesehen von 3 Mollvariationen, welche allesamt eine Klangwelt von blasser, ja fast kalter Sch\u00f6nheit heraufbeschw\u00f6ren, stechen alle anderen Durvariationen durch ihre Leichtigkeit, Lebendigkeit und ausgelassene Heiterkeit hervor. Diese Stimmungen erfahren ihren emotionalen H\u00f6hepunkt in der letzten Variation, welches mit \u201eQodlibet\u201c \u00fcberschrieben ist. Hier bedient sich Bach eines heiteren Trinklieds der Zeit, welche in den Schenken und Gasth\u00e4usern gerne im Kanon angestimmt wurde. Schlie\u00dflich erf\u00e4hrt der Zyklus seinen stillen und kreisf\u00f6rmigen Schlu\u00df in der Reprise der Aria, welche nun in neuem Glanz erstrahlt.<\/p>\n<p>(Text: Nageeb Gardizi)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"Aria als Thema\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=2WnyhMMAe8U\" rel=\"wp-prettyPhoto[g238]\"\">Aria\u00a0 <\/a><\/p>\n<p><a title=\"Variation 3\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-fLlKDhGIss \">Variatio III\u00a0 <\/a><a title=\"Variation 4\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=G341nryPgLA \">Variatio IV\u00a0 <\/a><a title=\"Variation 13\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=iTcPYA2u1ow \">Variatio XIII\u00a0 <\/a><a title=\"Variation 30\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=gV-OzlDrCS0 \">Variatio XXX<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Concerto Monumentale IV. &#8230;aria eterna&#8230; Johann Sebastian Bach (1685 \u2013 1750) Clavier\u00fcbung IV \u2013 \u201eGoldberg-Variationen\u201c\u00a0 (um 1741) Bachs vierteiliger Zyklus der \u201eClavier\u00fcbungen\u201c nimmt eine besondere Stellung im Werk dieses gro\u00dfen und vielseitigen Komponisten ein. 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