{"id":163,"date":"2011-09-09T20:44:29","date_gmt":"2011-09-09T20:44:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nageebgardizi.com\/website\/?page_id=163"},"modified":"2011-09-09T20:54:12","modified_gmt":"2011-09-09T20:54:12","slug":"beethoven-und-goethe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nageebgardizi.com\/website\/?page_id=163","title":{"rendered":"Beethoven und Goethe"},"content":{"rendered":"<p><strong>L.v. Beethoven und J.W. v. Goethe \u2013 eine musikalische Korrespondenz<\/strong><\/p>\n<p>Ausgehend vom Briefwechsel dieser beiden gro\u00dfen Pers\u00f6nlichkeiten Deutscher Kulturgeschichte kam mir der Gedanke, eine Auswahl der k\u00fcrzeren &#8222;Klangbriefe&#8220; (aus den &#8222;Bagatellen&#8220; f\u00fcr Klavier) L. v. Beethovens dem literarischen Pendant J.W. von Goethes gegen\u00fcberzustellen, bzw. einen auf den anderen reagieren zu lassen. Es ist bekannt, da\u00df es eine sehr rege Korrespondenz zwischen diesen beiden M\u00e4nnern gegeben hat, welche sicherlich von vielen H\u00f6hen und Tiefen gepr\u00e4gt war. Dieser Briefwechsel erscheint mir gerade auch deshalb interessant, da sich in ihm einiges Aufschlu\u00dfreiche \u00fcber das Kulturbild beider befindet, und f\u00fcr welche beide unterschiedliche Ausgangspunkte und Erkl\u00e4rungsversuche anbieten.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich als Musiker ist es nat\u00fcrlich von Bedeutung, Beethovens dokumentierte Ansichten auch klanglich zu verstehen; auch wenn sein Briefstil oftmals nicht das literarische Niveau eines Goethe ebenb\u00fcrtig erscheint, so ist er es, auf ganz eigent\u00fcmliche Weise, in seiner Musik. Speziell die Zyklen der kleinen Klavierbagatellen er\u00f6ffnen ein farbiges und beeindruckendes musikalisches Weltbild auf engstem Raum. F\u00fcr mich sind sie wie klingende Tagebuchnotizen von h\u00f6chster kompositorischer Finesse, welche in ihrem inneren Aufbau jedoch, nicht zuletzt aufgrund ihrer zeitlichen K\u00fcrze, f\u00fcr den H\u00f6rer leicht fasslich und stellenweise auch sehr am\u00fcsant bleiben. Der musikalische Anspruch, ein m\u00f6glichst humanistisches Welt- und Menschenbild einschlie\u00dflich all seiner inneren Widerspr\u00fcche und Zweifel hin zu einem besseren Menschen zu erschaffen, ist wohl beiden Pers\u00f6nlichkeiten eigen. Goethes eindrucksvoller Lebensweg vom St\u00fcrmer und Dr\u00e4nger, wie etwa in &#8222;Die Leiden des Jungen Werther&#8220;, bis hin zum ausgeglichenen Klassiker, der mit &#8222;Faust&#8220; seinen H\u00f6hepunkt findet, ist durchaus mit dem Beethovens in der Musik vergleichbar. Allerdings hat sich Beethoven zeitlebens seine Offenheit und die bedingungslose Auslotung musikalischer Ausdrucksbereiche gerade in und vor allem auch mit seinen &#8222;Bagatellen&#8220; bewahrt. Insofern zeichnen die von ihm erhaltenen Klangdokumente ein anderes, h\u00f6chst individuelles Bild desselben Sachverhalts. Was der Briefwechsel einerseits schriftsprachlich dokumentiert, vermag der &#8222;Klangbrief&#8220; andererseits sinnlich zu festigen und zu untermauern. Insofern schwebt mir vor, den Gedankenfluss Beethovens musikalisch zu festigen und zu unterst\u00fctzen.Ich habe mir gedacht, meinen konzertanten Vortrag einiger ausgesuchter Klangbeispiele aus Beethovens &#8222;Bagatellen&#8220; f\u00fcr Klavier mit einer Rezitation ausgew\u00e4hlter Zeilen aus dem Briefwechsel der beiden zu verbinden, so dass Wort und Ton einander gegen\u00fcberstehen und auch ineinandergreifen k\u00f6nnen. Ich denke, dass der H\u00f6rer dadurch in der Lage sein wird, diesen gedanklichen Austausch ganzheitlicher und vielleicht auch sinnlicher wahrzunehmen. Die Rezitation sollte durch eine Person mit entsprechender Erfahrung erfolgen.<\/p>\n<p>Nageeb Gardizi<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Programmvorschlag zu: L. v. Beethoven und J. W. v. Goethe \u2013 eine musikalische Korrespondenz<\/strong><br \/>\nEine Auswahl aus L. v. Beethovens &#8222;Bagatellen&#8220; f\u00fcr Klavier, op. 33 (1802), op. 119 (1820-22)<br \/>\nund op. 126 (1823-24), kombiniert mit ausgesuchten und rezitierten Briefstellen bzw. Briefen aus<br \/>\nder Korrespondenz mit Goethe.<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><strong>7 Bagatellen f\u00fcr Klavier, op.33 (1802<\/strong><strong>) (22&#8242;)<\/strong><\/p>\n<p>Andante grazioso, quasi allegretto ( 4&#8242;)<\/p>\n<p>Scherzo: Allegro (ca.2&#8242; 45&#8220;)<\/p>\n<p>Allegretto (2&#8242; 30&#8220;)<\/p>\n<p>Andante (3&#8242; 30&#8220;)<\/p>\n<p>Allegro, ma non troppo (3&#8242; 15&#8220;)<\/p>\n<p>Allegretto quasi andante (4&#8242;)<\/p>\n<p>Presto (2&#8242;)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>11 Bagatellen f\u00fcr Klavier, op. 119(1820-22) <\/strong><strong>(14&#8242; 15&#8220;)<\/strong><\/p>\n<p>Allegretto (2&#8242; 10&#8220;)<\/p>\n<p>Andante con moto (1&#8242; 10&#8220;)<\/p>\n<p>\u00e1 l&#8216; Allemande (1&#8242; 30&#8220;)<\/p>\n<p>Andante cantabile (2&#8242;)<\/p>\n<p>Risoluto (1&#8242; 10&#8220;)<\/p>\n<p>Andante \u2013 Allegretto leggiermente (2&#8242; 10&#8220;)<\/p>\n<p>Allegro, ma non troppo (1&#8242; 10&#8220;)<\/p>\n<p>Moderato cantabile (1&#8242; 30&#8220;)<\/p>\n<p>Vivace assai ed un poco sentimentale (30&#8220;)<\/p>\n<p>Allegro (15&#8220;)<\/p>\n<p>Andante, ma non troppo (1&#8242; 40&#8220;)<\/p>\n<p><em>6 Bagatellen f\u00fcr Klavier, op. 126 (1823-24) <\/em>(19&#8242;)<\/p>\n<p>Andante con moto (2&#8242; 30&#8220;)<\/p>\n<p>Allegro (3&#8242;)<\/p>\n<p>Andante (2&#8242; 45&#8220;)<\/p>\n<p>Presto (3&#8242; 30&#8220;)<\/p>\n<p>Quasi allegretto (3&#8242; 15&#8220;)<\/p>\n<p>Presto (4&#8242;)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L.v. 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