Mozart und die Zweite Wiener Schule

“Mozart und die Zweite Wiener Schule”

Die ursprüngliche Idee zu diesem Programm kam mir aufgrund des 2006 beginnenden “Mozart- Jahres”, in welchem sich des Meisters 250ster Geburtstag jährt. Der Gedanke, Mozart und die Zweite Wiener Schule einander musikalisch gegenüberzustellen, hatte mehrere Ansatzpunkte: Zum Einen erschien es mir interessant, Mozart als kompromißlosen Experimentator, abseits aller damaligen Konventionen und Erwartungen zu zeigen, um dadurch ein etwas anderes, möglicherweise sogar kantigeres Bild des großen Meisters aufzuzeigen. Abseits des zahlreichen, gängigen Klavierrepertoires wurde ich dabei auf Klangstücke aufmerksam, die im Konzertsaal kaum zu hören sind, jedoch von dem einzigartigen Willen durchdrungen, Neues zu sagen, ohne dem Alten dabei etwas schuldig bleiben zu müßen.

Letzterer Gedanke brachte mich dann auch zu Schönberg und seinen musikalischen Ansichten. Auch wenn Schönberg selbst, neben Werken seines Schülers Anton Webern, mit nur zwei Klavierwerken vertreten sein soll, geht es mir vornehmlich darum, anhand dieser Auswahl, auch den Facettenreichtum innerhalb der eigentlich bis heute verschmähten Lehre Schönbergs und seiner Schüler in einem günstigeren Licht stehen zu lassen. Durch die Gegenüberstellung von jeweils einem Werk Mozarts und einem seiner Kollegen und Landsmänner, welche ihrerseits durchaus auch ihren Respekt vor alten musikalischen Gattungen zum Ausdruck brachten, soll, anhand dieser Werke, eine Annäherung an zwei scheinbar so gegensätzliche Epochen vollzogen, und dadurch klangliche Synthesen erzeugt werden; es soll deutlich werden, daß der Kontrast nur ein scheinbarer ist, genährt durch eine allzu tradierte Hörgewohnheit, in welcher die zeitlosen Aussagen dieser Klangdichter viel zu selten auf ihre klanglichen Berührungspunkte hin formuliert wurden. Durch die offensichtliche Landsmannschaft dieser musikalischen Köpfe untereinander ist davon auszugehen, daß auch die spezifischen kulturellen Wertvorstellungen in diesen Köpfen unterschiedlich gedeiht und dadurch unterschiedliche Perspektiven derselben Klang- und Formauffassung entstehen.

Seit einiger Zeit habe ich es mir in meinen eigenen Konzerten als Pianist zum Ziel gesetzt, mein jeweiliges Konzertprogramm stets mit einer mündlichen Einführung zu den einzelnen Werken zu gestalten. Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, daß sich dadurch das Gehör und die Sensibilität der Hörerschaft um ein viel höheres Maß steigerte und sich dadurch nicht zu selten u.a. spontane Gesprächskreise bildeten, in welchem mir klar wurde, wie sehr der Hörer auf diese “Hilfestellung” angewiesen sein muß. Im Zusammenhang mit obigem Konzertprogramm wäre es ohnehin sicher ratsam, einige Worte über die Entstehungsgeschichte und den musikologischen Kontext der “Blöcke” untereinander zu verlieren. Obwohl ich mich gerne dafür zur Verfügung stellen möchte, kann ich mir ebenso auch vorstellen, zusammen mit einer von Ihnen ausgewählten Persönlichkeit, ein derartiges Konzert durchzuführen.

 

(Nageeb Gardizi)

 

“Mozart und die Zweite Wiener Schule – Konsonanz versus Dissonanz?”

W.A. Mozart: 12 Variationen über „Ah, vous dirai-je Maman“, KV 265 (1778) (1756-1791)

A. Webern: Variationen für Klavier, op. 27 (1936) (1883-1945) – Sehr mäßig – Sehr schnell –

Ruhig, fließend

W.A. Mozart: Capriccio für Klavier, KV 395 (1778)

A. Schönberg: 6 kleine Klavierstücke, op. 19 (1911) (1874-1951) – Leicht, zart – Langsam – Sehr

langsame Viertel – Rasch, aber leicht – Etwas rasch – Sehr langsam

W.A. Mozart: Menuett D-Dur, KV 355 (1790)

A. Webern: Klavierstück „im tempo eines Menuetts“, op. posth. (1925)

W.A. Mozart: Suite für Klavier C-Dur (Fragment), KV 399 (1782)

A. Schönberg: Suite für Klavier, op. 25 (1921-23) – Praeludium – Gavotte – Musette – Intermezzo –

Menuett; Trio – Gigue

 

Nageeb Gardizi, Klavier und Moderation

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